Großfeuer landwirtschaftlicher Betrieb 24.04.2020

Hier nun also unser Bericht zum Feuer am vergangenen Freitag: Um 18:33 Uhr wurden wir mit dem Stichwort "Feuer groß" alarmiert. Als wir am Unglücksort eintrafen, stand der landwirtschaftlich genutzte Teil bereits in Vollbrand. Unsere erste Priorität lag daher darin, die Tiere aus den Stallungen zu retten. Da dies nur unter schwerem Atemschutz möglich war, gestaltete sich bereits diese erste Aufgabe als nicht einfach. Leider konnten nicht alle Tiere gerettet werden. ☹️

 

Die Wasserversorgung stellte sich ebenfalls als schwierig heraus, so dass neben mehreren Hydranten und Bohrbrunnen auch die nahe fließende Offenau aufgestaut werden musste, um ihr Löschwasser entnehmen zu können. Insgesamt wurden rund 8 Kilometer Schläuche verlegt - das sind 350 Stück, die hinterher alle auch wieder eingerollt, gereinigt und verlastet werden mussten!

 

Da sich der Einsatz über die gesamte Nacht erstreckte, galt es, neben der Löschwasserversorgung auch eine Stromversorgung aufzubauen. Dies geschieht mit Stromerzeugern, Netzersatzanlagen und großen Scheinwerfern, die die Einsatzstelle ausleuchten. Zur Stromerzeugung und zum Betrieb der tragbaren Pumpen wurden insgesamt 500 Liter Benzin verbraucht, für deren Beschaffung ein Pendelverkehr eingerichtet worden war.

 

Es waren weit über 50 Fahrzeuge vor Ort und insgesamt zwischen 250 und 300 Einsatzkräfte, die mit warmem Abendessen und morgens frischen Brötchen durch die DRK Ortsverein Krückaustadt Elmshorn sowie DRK Ortsverein Barmstedt fantastisch versorgt wurden. Die Technische Einsatzleitung Kreis Pinneberg hat die Einsatzleitung mit dem Einsatzleitwagen 2 des Katastrophenschutzes sowie einem mobilen Kommandozelt unterstützt. Da die umliegenden Gemeinden bereits alle am Einsatz beteiligt waren, wurde der Bereitschaftszug Ost alarmiert, um weitere Einsatzkräfte hinzu zu fordern, aber gleichzeitig nicht die Einsatzbereitschaft in der näheren Umgebung zu gefährden. (Es kann ja jederzeit ein weiterer Feuerwehr-Einsatz notwendig werden!) Über die Warn-App NINA wurden alle Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, bis der ABC-Dienst/Löschzug Gefahrgut Entwarnung geben konnte. Veterinäre waren ebenso im Einsatz wie die Polizei Segeberg/Pinneberg und die RKiSH (Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein). Zwei Bagger von Privat-Unternehmen haben dabei geholfen, die weit über 500 Kubikmeter Stroh und Hackschnitzel auseinander zu nehmen, um Glutnester abzulöschen.

Für weitere Informationen sei auf den Beitrag des Kreisfeuerwehrverband Pinneberg verwiesen.

 

"Feuer aus" konnte gegen 4 Uhr morgens vermeldet werden. Gegen halb 6 (nach aufräumen und Rückbau) konnte die Feuerwehr Klein Offenseth-Sparrieshoop als letzte Einheit die Einsatzstelle verlassen. Gegen halb 7, nach 12 Stunden Einsatzzeit, waren die Fahrzeuge dann wieder einsatzbereit hergerichtet (es kann ja jederzeit eine weitere Alarmierung erfolgen...), so dass wir uns für eine nur kurze Nacht ins Bett legen konnten: Denn bereits um 10 Uhr trafen wir uns erneut in der Wache zum weiteren Aufräumen, Reinigen, Auffüllen und dem Verteilen der an der Einsatzstelle zurückgelassenen Einsatzmaterialien der anderen Feuerwehren. Dies dauerte bis ca. 16:00 Uhr, bevor wir um 17:11 Uhr zu Nachlöscharbeiten alarmiert wurden.

 

Eingesetzte Einheiten:

 

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