"Technische Hilfeleistung"-Wochenende 22.-24.06.2018 Drucken

24 zerstörte Pkw mit schwer einklemmten Fahrern, drei fein säuberlich zerlegte Lkw-Kabinen mit ebenso vielen verletzten Truckern, acht unter landwirtschaftlichem Gerät gefangene Arbeiter, acht in einem Treppengelände eingezwängte Personen, ebenso viele Keller, die unter Wasser standen, und Hauswände, die abgestützt werden mussten. Der Blick auf das Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Tornesch-Ahrenlohe glich Samstag und Sonntag dem Backstage-Bereich einer Monster-Truck-Show.

Mehr als 90 Frauen und Männer aus den freiwilligen Feuerwehren Elmshorn, Wittenberge (Partnerstadt von Elmshorn), Klein Nordende, Kölln-Reisiek, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Seeth-Ekholt, Seester und Seestermühe sowie vom Technischen Hilfswerk Elmshorn und der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein haben an dem ersten Ausbildungswochenende "Technische Hilfeleistung" des sogenannten 20er-Reviers (Elmshorn und Elmshorn-Land) teilgenommen. Acht verschiedene Stationen waren für ebenso viele bunt gemischte Gruppen auf dem FTZ-Gelände vorbereitet. Zur Einstimmung hatte es am Freitagabend zwei Impulsreferate von Landesfeuerwehrarzt Dr. Stefan Paululat aus Kaltenkirchen zu medizinischen Aspekten der Unfallrettung und der stellvertretenden Elmshorner Wehrführerin Britta Stender zu psycho-sozialen Nachsorge für Einsatzkräfte gegeben.

 

 

 

Samstag und Sonntag wurde dann praktisch gearbeitet. Je Station hatten die Teilnehmer 90 Minuten Zeit, die Aufgabe zu bewältigen, neue Methoden kennenzulernen, bekannte Vorgehensweisen zu verfeinern oder auch mal zu überdenken. Schweres hydraulisches Rettungsgerät wie Schere, Spreizer oder Hydraulikzylinder kamen genauso zum Einsatz wie elektrische Säbelsegen, Hydraulikwinden oder auch mal nur eine dünne Bandschlinge. "In unseren Augen war es ein überaus erfolgreiches Wochenende, bei dem die Ausbilder viel Wissen vermittelt haben, sich alle Teilnehmer aber auch gegenseitig durch eigene Erfahrungswerte unheimlich befruchtet haben", sagten die federführenden Organisatoren Jörn Schulz-Rudek (FF Elmshorn), Martin Höppner (FF Klein Nordende) sowie Ralf Lesker und Arne Feja (beide FF Seester). "Genau das war ja auch das Ziel gewesen und deshalb haben wir die Gruppen so zusammengestellt, dass in jeder möglichst viele Organisationen vertreten sind." Weiterer positiver Nebeneffekt: Im Realeinsatz arbeiten Feuerwehr, Rettungsdienst und Technisches Hilfswerk ebenfalls Hand in Hand. "Und wer sich kennt, kann dies noch besser zum Wohl der Bevölkerung machen", so die Organisatoren, zu deren großem Vorbereitungsteam Helfer aller beteiligter Organisationen gehören. Dieses hoben auch alle Teilnehmer als unheimlich positiv hervor.

 

 

Von der ersten Idee bis hin zur Umsetzung waren rund zwei Jahre nötig. "Wir danken allen, die zum Gelingen dieses Wochenendes beigetragen haben: den Ausbildern, den Helfern im Hintergrund und bei der Verpflegung, den Staplerfahrern, die die Autos über den Hof an die Stationen gebracht haben, und nicht zuletzt dem Kreisfeuerwehrverband Pinneberg dafür, dass wir das Gelände der FTZ nutzen durften", so Schulz-Rudek. Aike Müller aus Klein Offenseth-Sparrieshoop, selbst kein Feuerwehrmitglied, hat die Station zum Thema Elektroautos wie "Tesla" mustergültig vorbereitet. Die Firma Gawron hat durch seine Auszubildenden kostenlos ein Modell eines Treppengeländers erstellt, an dem geübt werden konnte. Neben Ausrüstungsgegenständen aus der Kreisausbildung des KFV Pinneberg konnte ein mit Akkus betriebener Hydrauliksatz, gestellt von der Firma Weber, genutzt werden.

Michael Bunk, Feuerwehr Kölln-Reisiek

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